Die Stadt Kleve in Nordrhein-Westfalen, am unteren Niederrhein und der deutsch-niederländischen Grenze gelegen, möchte bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden und verfolgt dabei ein umfassendes Klimaschutzkonzept. Die Kläranlage Kleve-Salmorth soll so erweitert und umgebaut werden, dass sie klimaneutral und energieautark arbeitet.

Und hier kommen wir von Zahnen Technik ins Spiel. Zahnen Technik hat kürzlich das Herzstück des Ausschreibungsverfahrens des Leuchtturmprojektes gewonnen und wird Generalunternehmer für die Lose 4 und 5.

Um den besonderen Anforderungen dieses Projektes gerecht zu werden, setzen wir bei der Umsetzung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Vor allem in der Planung spiegelt sich dies im Einsatz unserer Engineering-Plattform ISO by Zahnen wider. ISO, das steht für Individuelle Standard Optimierung. Somit stellen wir sicher, dass der Kunde mit seinen individuellen Anforderungen bei der Projektrealisierung im Mittelpunkt steht. Dank des hohen Digitalisierungsgrads bei Zahnen Technik wird jederzeit flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen oder Änderungswünsche reagiert.

Als führender Anlagenbauer sind wir besonders stolz, eine solche Innovation maßgeblich mitgestalten zu dürfen. Wir führen die Anlagenteile zur Schlammeindickung, Schlammentwässerung, Schlammtrocknung sowie zur Karbonisierung aus und verantworten den kompletten Anlagenbau bis zur Automatisierung und Inbetriebnahme.

Die Maschinen und Anlagenteile zur Schlammeindickung, Schlammentwässerung und Schlammtrocknung liefert unser Partner Sülzle Klein und werden von uns vor Ort integriert und implementiert.
Die Karbonisierungsanlage liefert unser Partner Pyreg.

Die Veredlung (Karbonisierung) von Klärschlamm zu Phosphor-Dünger, bei gleichzeitiger Gewinnung von Bioenergie, hat vier wesentliche Vorteile:

  1. Hygienisierung des Klärschlamms: Dabei werden bei 500-700 °C Hormone, Keime, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik oder ähnliches eliminiert (oder besser entfernt).
  2. Dezentrale Verwertung und Massenreduktion: Entlastung thermischer Abfallbehandlungen um die jährliche Menge von rund 7.425 Tonnen entwässertem Klärschlamm.
  3. Phosphorrecycling: Gewinnung eines nachhaltigen Phosphor-Düngers und damit einhergehende Schonung der sich verknappenden natürlichen Phosphorressourcen.
  4. Energieeinsparung: Für die Aufrechterhaltung des umweltfreundlichen Prozesses wird ausschließlich die im Input-Stoff enthaltene Energie genutzt. Zusätzlich kann bei dem Verfahren noch überschüssige Wärme genutzt werden. Der aktuelle jährliche Energiebedarf der Kläranlage Kleve wird künftig um 50% sinken (von ca. 3,5 MWhth auf 1,7 MWhth).

Das von der Pyreg GmbH entwickelte Verfahren basiert auf einer trockenen Karbonisierung. Dafür wird das Input-Material, aus der Bandtrocknungsanlage von Sülze Klein, in einer PYREG-Anlage bei Temperaturen von 500-700 °C durch gezielte Luftzugabe vollständig verkohlt. Der kontinuierliche und schonende Prozess gewährleistet eine vollständige Durchkohlung und vermeidet das Entstehen von Schadstoffen wie PAK’s (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) oder Dioxinen. Die beim Karbonisierungs-Prozess entstehenden brennbaren Gase werden vom Material entkoppelt und in einer nachgeschalteten Brennkammer bei rund 1.000 °C verbrannt. Da im PYREG-Verfahren zudem Behandlungsparameter wie die Temperatur, die Verweilzeit in der Karbonisierung und die Primärluftzugabe gezielt gesteuert werden können, lassen sich Produkte von höchster Qualität herstellen. Zudem ist eine Karbonisierung aktiver Klimaschutz: Ein wesentlicher Teil des enthaltenen Kohlenstoffs wird dauerhaft gebunden und nicht als CO2 in die Atmosphäre abgegeben.

Im Hause Zahnen Technik ist man sehr stolz auf das entgegengebrachte Vertrauen der Umweltbetriebe der Stadt Kleve AöR, für das wir uns recht herzlich bedanken. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten.

Fotos: © Stadt Kleve AöR und Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner mbH